Seit Juni 2024 verstärkt Mattias Van den Bergh das Grenspark-Team als Projektleiter für nachhaltige Mobilität und Erholung. Damit gestaltet er die europäische MONA-Projekt. Ein dreijähriges Projekt, mit dem Grenspark mit Unterstützung Europas und in Zusammenarbeit mit den Gemeinden an einer Verkehrsverlagerung, der (Neu-)Gestaltung von Eingangstoren und der Verteilung der Besucher arbeiten will, um auf eine nachhaltige Zukunft des Parks hinzuarbeiten.

Mattias, kannst du uns etwas über deinen Hintergrund erzählen und was hat dich an deiner neuen Aufgabe als Projektleiter für nachhaltige Mobilität und Erholung gereizt?
Ich bin ausgebildete Stadtplanerin und habe mehrere Jahre lang als Projektleiterin für Mobilität bei der Stadt Antwerpen gearbeitet. Nachhaltige Mobilität hat mich schon immer fasziniert. Was mich an meiner jetzigen Aufgabe besonders reizt, ist der atypische Charakter dieses Themas. Schließlich weiß man noch relativ wenig über das Mobilitätsverhalten an Freizeitattraktionen wie Naturparks. Was wir wissen, ist, dass viele Menschen das Auto benutzen, um solche Orte zu erreichen. Hinzu kommt, dass der Kontext, in dem ich arbeite, einzigartig ist. Ich selbst wohne in der Stadt Antwerpen, und der Grenspark war für mich bereits eine große Entdeckungsreise, um das gesamte Gebiet kennen zu lernen.
Was ist das MONA-Projekt und warum ist es so wichtig für den Grenspark?
MONA steht für'MOdal shift, routing and nudging solutions in NAture areas for sustainable tourism'. Es ist ein europäisches Projekt, bei dem wir als Grenspark mit mehreren anderen Parks in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland zusammenarbeiten, um uns auf nachhaltige Mobilität und nachhaltige Erholung zu konzentrieren. Gemeinsam arbeiten wir an einer Verkehrsverlagerung, d. h. wir wollen Maßnahmen ergreifen, um Besucher davon zu überzeugen, weniger mit dem Auto und mehr mit nachhaltigen Mobilitätsformen in den Park zu kommen. Das ist wichtig für den Park, denn wir stellen fest, dass an Spitzentagen rund um den Park viel Autoverkehr herrscht, der nicht nur eine Belastung für die wertvolle natürliche Umwelt darstellt, sondern auch zu Verkehrsstaus, Verkehrsunsicherheit und Parkplatzmangel führt.
Wie trägt das Projekt zu einer Verkehrsverlagerung bei? Was müssen wir uns unter nachhaltiger Mobilität im Grenspark vorstellen?
Das Projekt trägt in mehrfacher Hinsicht zur Verwirklichung einer Verkehrsverlagerung bei. Wir befinden uns derzeit in der Forschungsphase, in der wir mit Hilfe von Partneruniversitäten eine Umfrage unter Besuchern und Anwohnern durchgeführt haben. Ziel ist es zu verstehen, wie sie Mobilität und Erholung im Park erleben. Die Ergebnisse werden von der Fachhochschule Breda analysiert, und auf der Grundlage dieser Erkenntnisse können wir gezielte Maßnahmen für eine nachhaltigere Zukunft des Grenspark entwickeln.
Wir arbeiten auch mit anderen Parks zusammen, um voneinander zu lernen und uns gegenseitig bei der Umsetzung von Maßnahmen zu unterstützen. Wir untersuchen auch, wie wir den Besuchern Informationen über nachhaltige Alternativen zugänglicher machen können.
Welche konkreten Veränderungen können die Besucher in den kommenden Jahren erwarten?
Die ersten Veränderungen sind bereits sichtbar. Wir legen mehr Wert darauf, praktische Tipps und Informationen über nachhaltige Transportmöglichkeiten über unsere Kommunikationskanäle wie Nachrichten, soziale Medien und die Website zu verbreiten. Künftig erhalten die Eingangstore und Startpunkte ein neues, wiedererkennbares Erscheinungsbild, das sich auch auf die umliegenden Bahnhöfe und Bushaltestellen ausdehnen wird, so dass das Erlebnis Grenspark bereits beim Aussteigen beginnt. Auch die Besucherkarte wird aktualisiert und stärker auf Nachhaltigkeit ausgerichtet.
Wir suchen auch nach Wegen, um die Besucher besser zu erreichen, indem wir neue Erlebnisse anbieten. An besucherstarken Tagen kann es an beliebten Orten wie der Einfahrt De Vroente' zu Unannehmlichkeiten wie vollen Parkplätzen kommen. Durch die Verteilung der Besucher wollen wir die Staus verringern und das Erlebnis für alle verbessern.
Vor kurzem wurden im Grenspark Zählpfähle aufgestellt. Können Sie erklären, wie die Pfähle funktionieren und welche Daten sie sammeln?
Im gesamten Park sind 13 Zählpfähle verteilt, hauptsächlich an den Startpunkten der Wanderwege. Diese Pfähle zählen mit einem Laser die Wanderer und übermitteln die gesammelten Daten an ein Dashboard. Auf diese Weise erhalten wir einen Einblick in die Besucherzahlen und -intensität pro Standort, was uns hilft, belebte und ruhige Stellen zu identifizieren. Anhand dieser Daten können wir die Besucher besser im Park verteilen, indem wir zum Beispiel neue Themenwanderungen anbieten, die andere Teile des Parks erkunden. An Spitzentagen sind bestimmte Stellen überfüllt, was zu Mobilitätsproblemen und Schäden an der empfindlichen Natur führt. Die Zählsäulen helfen uns, diesen Andrang zu verringern und das Gleichgewicht zwischen Zerstreuung und Ruhe zu wahren, ohne andere Teile des Parks zu überlasten. Die Zählsäulen sind also ein wichtiges Instrument, um Trends bei den Besucherströmen zu erkennen und die Natur zu schützen.
Wie sehen Sie die Zukunft der nachhaltigen Freizeitgestaltung im Grenspark? Gibt es weitere Projekte, die mit der Zeit dazu beitragen könnten?
Für eine nachhaltige Freizeitgestaltung brauchen wir gut ausgestattete Tore. Der Erfolg von Poort de Vroente ist ein Beispiel dafür, wie die richtigen Einrichtungen wie ein Informationsbüro, Gastronomie, Wanderwege, Radfahrmöglichkeiten und sanitäre Anlagen Besucher anziehen. Leider mangelt es anderen Gateways oft an diesen Einrichtungen, so dass sie weniger genutzt werden. Im Rahmen dieses Projekts haben wir bereits Schritte zur Verbesserung der Einrichtungen unternommen, aber es ist noch mehr nötig, um diese Tore zu vollwertigen Freizeitzentren zu machen. Verbesserungen im Bereich der nachhaltigen Mobilität, wie z. B. eine bessere Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrradwege, können hier ebenfalls einen wichtigen Beitrag leisten, damit mehr Besucher den Grenspark auf nachhaltige Weise erkunden können.
Wie können Besucher oder Anwohner zum Erfolg dieses Projekts beitragen?
Versuchen Sie nach Möglichkeit, den Grenspark nicht mit dem Auto zu besuchen. Es gibt mehrere Alternativen, die einen Versuch wert sind. Seit kurzem ist die Frequenz auf der Bahnstrecke zwischen Antwerpen und Roosendaal erhöht worden, so dass der Zug eine interessante Alternative darstellt. Oder Sie kommen mit dem Bus zum Grenspark. Wussten Sie, dass direkt an den Toren Volksabdij und Ravenhof stündlich mehrere Busse sowohl aus Bergen op Zoom als auch aus Antwerpen halten? Oder versuchen Sie es mit einer Fahrrad- oder Autovermietung oder einer Fahrgemeinschaft! Jedes bisschen hilft.
Was motiviert Sie persönlich, sich für einen nachhaltigeren und besser zugänglichen Grenspark einzusetzen?
Leider gibt es in Flandern nicht viele großflächige Naturschutzgebiete. Umso wichtiger ist es, die Natur zu schützen, die wir haben. Indem wir Besucher zu einer nachhaltigeren Mobilität anregen, helfen wir nicht nur der Natur, sondern auch der Gesellschaft. Weniger Autos auf den Straßen, weniger Parkplatzprobleme, gesündere Besucher, die mit dem Fahrrad kommen, ... die Liste der Vorteile ist endlos!
Weitere Informationen über das MONA-Projekt finden Sie auf unserer Projektseite oder über die europäische Projektseite von Interreg.
