Am Freitag, den 31. März 2023, stellte der Grenspark Kalmthoutse Heide seinen Masterplan den verschiedenen Gemeinden, der Provinzregierung, den Gebietsbetreuern und den Naturbesitzern vor. Der Grenspark wurde im Januar 2022 als Kandidat für den Nationalpark Flandern ausgewählt und hat im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit der Designagentur OMGEVING und verschiedenen Partnern an einem fundierten Masterplan gearbeitet. Dieser Plan zeigt die Möglichkeiten auf, die die Anerkennung als Nationalpark für die Natur und die Region bieten könnte. Nun sind die lokalen Behörden, die Provinzregierung und andere Partner aufgerufen, zu dem Plan Stellung zu nehmen. Insgesamt sechs Parks in Flandern können bis zum 31. Mai 2023 einen Plan zur Anerkennung einreichen. Bis Ende 2023 wird die flämische Regierung entscheiden, welche vier Parks das Nationalparksiegel erhalten werden.
Fotos: ©Edmond Van der Mueren ©Marianne Hoppenbrouwers


Dass der Grenspark Kalmthoutse Heide eines der schönsten Naturschutzgebiete Flanderns ist, hat die flämische Regierung erkannt, als sie den Park als Kandidat für die Ernennung zum Nationalpark akzeptierte. Im vergangenen Jahr hat der Grenspark Kalmthoutse Heide gemeinsam mit Gemeinden, Naturbesitzern, Gebietsbetreuern, Landwirten, Freiwilligen, Unternehmern, Forschern, Tourismus- und Bildungspartnern an einem Masterplan für diese Kandidatur gearbeitet. Am Freitag, den 31. März 2023, erhielten die Gemeindebehörden, die Provinzregierung und andere beteiligte Partner die endgültige Fassung des Masterplans. Der Plan beschreibt eine ehrgeizige Zukunftsvision für die nächsten 24 Jahre. Diejenigen, die dem Plan zustimmen, werden sich einer Gebietskoalition aus Gemeinden und anderen Akteuren anschließen, die den Plan dem zuständigen Umweltminister Zuhal Demir überreichen wird.

"Wir haben einen Masterplan von Grenspark ausgearbeitet, weil wir überzeugt sind, dass ein Label der flämischen Regierung die besten Garantien für die Zukunft unseres Parks bietet. Wir wollen die biologische Vielfalt in diesem einzigartigen Naturschutzgebiet für die Zukunft unserer Kinder, Enkel und vieler nachfolgender Generationen gewährleisten. Der Status eines Nationalparks bietet zusätzliche Möglichkeiten, das Gebiet weiterzuentwickeln. Wir konzentrieren uns auf unsere drei Stärken: Natur und Stille, (kultur-)historisches Erbe und grenzenlose Erlebnisse. Indem wir zum Beispiel verborgene Perlen des militärischen Erbes aufdecken, wollen wir auch weniger bekannte Orte in der Region fördern. Zusammen mit einer besseren Infrastruktur für Radfahrer und Wanderer sorgen wir für eine optimale Verteilung des Tourismus auf die verschiedenen Gemeinden und Empfangshäfen", Martin Groffen, Vorsitzender Grenspark Kalmthoutse Heide
Beteiligungsprozess
Um einen unterstützten Masterplan zu verwirklichen, organisierte Grenspark Kalmthoutse Heide einen konstruktiven Dialog mit vielen Interessengruppen über verschiedene Beteiligungsmomente. An drei thematischen Arbeitstischen tauschten rund achtzig Teilnehmer ihre Ideen zu den Themen Natur, Landschaft, Tourismus, Erholung und Bildung aus. Ein Kernteam und ein Koalitionsteam, bestehend aus Vertretern von Privateigentümern, der Natur, der Landwirtschaft, des Tourismus, des Bildungswesens und der Kommunal- und Provinzregierungen, trugen mit Vorschlägen zu dem Masterplan bei, die jeweils auf ihrem Fachwissen und Hintergrund beruhten. Anwohner und Besucher wurden durch Pressemitteilungen und Newsletter über den Prozess auf dem Laufenden gehalten.
"Ein Nationalpark ist eine starke Marke, die auch im Ausland bekannt ist. Er zieht Menschen an und hat eine Ausstrahlung. Die Anerkennung durch die flämische Regierung gibt der lokalen Wirtschaft und dem Tourismus die Möglichkeit zu wachsen, ohne dabei die Umwelt zu vernachlässigen. Der Teil des Parks, der in den Niederlanden liegt, trägt das Label bereits. Es wäre schön, wenn auch das Gebiet in Flandern das gleiche Label erhalten würde. Die Einbeziehung der Gemeinden war für uns von Anfang an eine Priorität. Wir haben gemeinsam klare Ausgangspunkte definiert. So war es uns zum Beispiel wichtig, dass die gesamte Fläche der Natur zur Verfügung steht, ohne dass landwirtschaftliche oder andere Flächen in Anspruch genommen werden. Wir wollen, dass der Park eine Zusammenarbeit aller Beteiligten ist, ohne dass es negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft oder die Eigentümer gibt. Da wir bei den Landwirten und Eigentümern Bedenken geäußert haben, haben wir uns mehrmals mit ihnen an einen Tisch gesetzt, um sicherzustellen, dass eine mögliche Anerkennung für alle positiv ausfallen kann", Martin Groffen, Vorsitzender Grenspark Kalmthoutse Heide
Der Masterplan sieht vor, dass die derzeitige Grensparkfläche von 6.000 ha auf 14.000 ha anwachsen könnte. Davon befinden sich 8.000 ha in den Niederlanden und 6.000 ha in Flandern. Bei der geplanten Erweiterung handelt es sich um Flächen, die bereits heute Naturschutzgebiet sind, wie die Antitankgracht mit dem daneben liegenden Ertbrandbos, das Markiezaat, der Peerdsbos, De Zoom... Um die vorgegebenen Kriterien zu erfüllen, werden also keine landwirtschaftlichen oder sonstigen Flächen eine neue Bestimmung erhalten. Eine eventuelle Zusammenarbeit mit Landwirten und Naturbesitzern wird nur auf freiwilliger Basis erfolgen.
Starke lokale Partnerschaften
Das Ergebnis ist ein Masterplan, der ganz auf starke lokale Partnerschaften in den Bereichen Natur, Landschaft, Bildung und Erlebnis setzt. Im Mittelpunkt des Plans steht die Aufwertung und Entwicklung des Freiraums in diesem Gebiet. In ihm können Natur und Landwirtschaft Partner sein, um Wissen über Naturmanagement und fortschrittliche landwirtschaftliche Praktiken auszutauschen. Dies stärkt gleichzeitig das wirtschaftliche, landschaftliche und soziale Gefüge in der Region.
"Eine bessere Zusammenarbeit auf lokaler Ebene wird zu besseren Ergebnissen beim Schutz der wertvollen Natur im Nationalpark, aber auch bei der Unterstützung der Landwirtschaft führen. Sowohl die Natur als auch die Landwirtschaft sind im Sommer mit zunehmender Trockenheit konfrontiert. Gemeinsam können wir nach Lösungen suchen, um die Schäden durch diese Dürre zu minimieren. Wassersysteme machen nicht an der Grenze zwischen Natur und Landwirtschaft halt, sondern sind für beide lebenswichtig. Mehr Zusammenarbeit bietet auch neue Möglichkeiten im Bereich der Freizeitgestaltung. So entwickeln wir beispielsweise Routen mit mehrtägigen Wanderungen und Zwischenstopps in lokalen Unterkunfts- und Verpflegungseinrichtungen. Die bestehenden Natur- und Landwirtschaftsgebiete sind abgegrenzt, daran wird sich nichts ändern. Aber eine bessere Zusammenarbeit wird dafür sorgen, dass Natur, Landwirtschaft, Wohnen und Erholung Hand in Hand gehen. Ein Label bedeutet keine zusätzlichen Verpflichtungen oder Einschränkungen; die Gebietskoalition denkt in Chancen". Guy Vloebergh von der Designagentur OMGEVING.
Jede betroffene Gemeinde, die Provinzregierung und andere Partner haben nun die Möglichkeit, sich den fertigen Plan anzusehen und ihre Unterstützung dafür zu bekunden. Bis Ende Mai 2023 muss der Grenspark Kalmthoutse Heide das Dossier an die Umweltministerin Zuhal Demir übergeben. Ende 2023 - nach der Bewertung aller eingereichten Dossiers durch eine unabhängige Jury - wird die flämische Regierung vier Parks das endgültige Label "Nationalpark Flandern" zuerkennen.
Sehen Sie den (vorläufigen) Masterplan Nationalpark Kalmthoutse Heide hier: Masterplan Nationalpark Kalmthoutse Heide
Die Bewerbung um die Anerkennung als Nationalpark wird/wurde im Rahmen des von der flämischen Regierung in Auftrag gegebenen Projekts "Call National Parks" bezuschusst.
