Im Grenspark Kalmthoutse Heide, an der Grenze zwischen Flandern und den Niederlanden, wurde heute ein innovativer Phosphatfilter offiziell übergeben. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern wird nun historisch belastetes Grundwasser auf natürliche und energiefreie Weise gereinigt, bevor es in das empfindliche niederländische Naturschutzgebiet Groote Meer abfließt. Das Projekt zeigt, wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu einer nachhaltigen Natur- und Wasserbewirtschaftung in einer gemeinsamen Landschaft beitragen kann.





Historische Bodenverschmutzung bekämpft
Die Steertse Heide, ein Teilgebiet des Grenspark Kalmthoutse Heide, ist ein ehemaliges landwirtschaftliches Gebiet, das heute als ein großes Wassersammelbecken fungiert. Dort sammelt sich das Regenwasser und fließt über Gräben zum Groote Meer in den Niederlanden ab. Aufgrund der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung in der Vergangenheit wurde das Gebiet stark mit Düngemitteln belastet, was die Entwicklung einer wertvollen Heide- und Moorvegetation behinderte.
"Die langjährige landwirtschaftliche Nutzung hat zu einer hohen Belastung mit Düngemitteln wie Phosphaten und Nitraten geführt. Infolgedessen beginnen schnell wachsende Arten im De Groote Meer zu dominieren. Das geht vom Schilf bis zum Aufkommen von Birken und Kiefern, und so verschwindet nach und nach ein großer Teil der Artenvielfalt." - Jan Weverbergh
Während Nitrate relativ schnell aus dem Boden verschwinden, sind Phosphate besonders hartnäckig und verbleiben lange Zeit im Wassersystem. Um dieser Belastung entgegenzuwirken, wurde bereits 2020 ein erster Phosphatfilter auf niederländischem Boden installiert. Diese Anlage reinigt das Wasser aus dem nördlichen Teil der Steertsche Heide. Der Erfolg dieses ersten Filters gab die Zuversicht, das Projekt auszuweiten.
Natürliche Wasseraufbereitung durch einzigartige Zusammenarbeit
Die Funktionsweise des Systems ist technisch einfach, aber effektiv. Das Regenwasser wird gesammelt und fließt durch eine Filterschicht aus Eisensand, einem Restprodukt aus der Trinkwassergewinnung. Phosphate binden sich an diesen Sand, ohne dass Pumpen oder Energie verbraucht werden. So wird das Wasser nachhaltig gereinigt, bevor es die Grenze überschreitet.
Der neue, zweite Phosphatfilter konzentriert sich auf den südlichen Teil des Gebietes. Er befindet sich auf belgischem Gebiet, wird aber von der Provinz Nordbrabant finanziert, was eine Investition von nicht weniger als 1,4 Millionen Euro bedeutet. Diese Investition ist das Ergebnis jahrelanger grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Grenspark Kalmthoutse Heide. Flämische und nordbrabantische Regierungen, Gebietsverwalter und Wasserpartner arbeiten seit Jahren zusammen, um eine zusammenhängende Landschaft zu schaffen, die nicht durch Verwaltungsgrenzen behindert wird.
"Der Grenspark ist ein Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg zu einer besseren Naturqualität und einer nachhaltigen Wasserwirtschaft führen kann", sagte Lukas Jacobs, Vorsitzender des Grenspark. "Dieses Projekt zeigt, dass gemeinsame Verantwortung auch zu gemeinsamen Vorteilen führt, für Mensch und Natur."
"Das Groote Meer ist ein empfindliches Naturschutzgebiet, das durch Phosphate und Austrocknung bedroht ist. Mit diesen Maßnahmen versorgen wir das Gebiet mit sauberem Wasser, was der biologischen Vielfalt im Grooten Meer und darüber hinaus im Naturschutzgebiet Brabantse Wal zugute kommt. Auch die Wasserbewirtschaftung wurde verbessert, so dass das neue Ökosystem viel widerstandsfähiger ist. Ich bin stolz auf die jahrelange, enge Zusammenarbeit mit den flämischen und nordbrabantischen Partnern. Alle haben Verantwortung für dieses robuste Naturgebiet übernommen. Schließlich machen Natur und Wasser nicht an den Landesgrenzen halt" - Hagar Roijackers, Mitglied des Provinzialausschusses für Natur, Umwelt und ländliche Entwicklung
Mehr als Wasseraufbereitung
Die Fertigstellung des Phosphatfilters ist Teil einer umfassenderen Renaturierungsmaßnahme. Gleichzeitig wurde der Evertandven, ein vier Hektar großes aufgeschüttetes Moor, umgestaltet. Durch die natürlichen Schwankungen des Wasserspiegels soll ein dynamisches Ökosystem mit einer größeren Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten entstehen.
Zusammenarbeit
Die Fertigstellung ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen den folgenden Parteien.
· Grenspark KalmthoutseHeide koordinierte das Projekt als Projektleiter.
· Die Provinz Noord-Brabant stellte die Mittel zur Verfügung
· Der Wasserverband Brabantse Delta war mit seinem Fachwissen, als Verantwortlicher für die Wasserqualität und für die Überwachung nach der Fertigstellung beteiligt.
· Das Amt für Natur und Wälder der flämischen Regierung stellte sein Fachwissen und das Grundstück zur Verfügung, auf dem der Filter aufgebaut ist.
· Witteveen + Bos hat die Studien- und Entwurfsarbeiten sowie die Bauaufsicht übernommen.
· Als Spezialist für Wasserbau sorgte Heyrman-De Roeck für die Umsetzung vor Ort.
· Einige Freiwillige brachten ihr Wissen über das Gebiet und ihre Erfahrung als Ingenieure ein.
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