

Das Herzstück des Grenspark Kalmthoutse heide ist das Groote Meer, eines der größten Niedermoore der Niederlande. Aufgrund des Wasserzuflusses aus der Landwirtschaft verschlechtert sich die Wasserqualität. Um das Blatt zu wenden, wird zum ersten Mal in der Welt ein Filter aus Eisensand in großem Maßstab gebaut. Ein innovatives Projekt im Rahmen des europäischen Förderprogramms LIFE und des LIFE-Projekts HELVEX.
Das Groote Meer hat eine enorme Anziehungskraft für besondere Pflanzen und Tiere, die anderswo in Europa kaum eine Chance haben, wie z.B. Strandhafer, Zwergtaucher (Foto) und Ohrentaucher. Allerdings gibt es ein Problem: Die Wasserqualität hat sich seit Jahrzehnten verschlechtert. Seltene Pflanzen wachsen in einer sauberen Umgebung mit nährstoffarmem Sand und klarem Wasser. Zu viel Dünger fördert das Algenwachstum und Arten wie Schilf und Rohrkolben.
Es ist an der Zeit, das Ruder herumzureißen. Deshalb hat sich Natuurmonumenten auf die Suche nach einer Möglichkeit gemacht, die Wasserqualität des Grooten Meeres zu verbessern oder zumindest zu stabilisieren. "Das Wasser und der Boden der Niedermoore enthalten inzwischen viel zu viele Nährstoffe. Das ist für ein Naturschutzgebiet wie De Groote Meer katastrophal", sagt Projektleiter Robert Stoop. Ein Großteil der Wasserversorgung von De Groote Meer stammt aus dem landwirtschaftlichen Gebiet De Steertse Heide, das gleich hinter der Grenze auf belgischem Gebiet liegt.
Seit Jahren wird nach vielversprechenden Methoden gesucht, um die Wasserqualität des Grooten Meeres zumindest zu stabilisieren. Das Projektteam bestand aus den Partnern, mit denen Natuurmonumenten häufiger zusammenarbeitet, wie dem Grenspark Kalmthoutse Heide, Waterschap Brabantse Delta, Provinz Noord-Brabant und Evides. Royal Haskoning beriet in dieser Phase über die Möglichkeiten. Im vergangenen Jahr wurde das Bauunternehmen Harteman aus Tiel mit der weiteren Planung und dem Bau der Kläranlage beauftragt. "Alle haben sich sehr für das Groote Meer eingesetzt. Harteman arbeitet mit dem Beratungs- und Ingenieurbüro Arcadis zusammen. Sie haben uns geholfen, ein realisierbares Modell für die Kläranlage zu entwerfen.
Die letzte Entscheidung war, das Wasser mit einem Filter aus Eisensand zu reinigen. Das Wasser wird in ein Reservoir geleitet, von wo aus es nach und nach durch den Eisensand fließt. Eisensand besteht aus mit Eisenoxid beschichtetem Sand und ist ein Nebenprodukt der Trinkwassergewinnung. Das Phosphat im Oberflächenwasser, das das Algenwachstum verursacht und den Moorboden so nährstoffreich macht, bindet sich in der Kläranlage an den Eisensand. Der Rest des Wassers wird durch den Filter geleitet, so dass die Wasserversorgung des Moores direkt gereinigt wird. Dadurch wird das Groote Meer mit Wasser von viel besserer Qualität gespeist als bisher.
Arjon Buijert, Spezialist für Wassermanagement bei Arcadis, ist eng in die Klärungsarbeiten eingebunden, die jetzt am Grooten Meer durchgeführt werden. "Es gab schon Versuche mit einem Filter aus Eisensand, aber nie in diesem Umfang. Weltweit ist mir kein vergleichbares Projekt bekannt. Die Niederlande nehmen eine Vorreiterrolle ein. Es ist auch deshalb von großer Bedeutung, weil die Landwirtschaft hier so naturnah ist.
Laut Buijert ist diese Entschlackungsarbeit ein Beispiel dafür, wie man ganz konkret helfen und Naturgebiete schützen kann. "Eisensand ist ein Naturprodukt. Wir recyceln ihn, indem wir ihn jetzt im Filterbett verwenden. Es ist also eine relativ natürliche Art der Reinigung. Aber sie ist nicht unendlich ausreichend. "Irgendwann muss natürlich die Quelle gewechselt werden. Das wird in kleinen Schritten geschehen. Wir schätzen, dass der Eisensand etwa hundert Jahre halten wird".
Auf der Wanderroute Fuut und einem Teilstück der Wanderroute Ree sowie auf einigen Reitwegen rund um die Oude Meerbaan und hinter dem Gebiet Groote Meer können Wanderer und Reiter auf nicht zugelassenen Lkw-Verkehr treffen. In diesem Gebiet werden Warnschilder aufgestellt, um die Besucher zu warnen.
Seien Sie vorsichtig, die Arbeiten werden +/- 2 Monate dauern.