Heutzutage scheint es selbstverständlich zu sein, dass wertvolle Natur geschützt wird, aber früher war das ganz anders. Lesen Sie hier, wie das Bewusstsein für die Bedeutung der Natur wuchs und welche Maßnahmen daraus folgten.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sahen Naturliebhaber, Städtetouristen und Maler, wie ihre geliebte Heide langsam verfiel. Die höchsten Dünen verschwanden durch Sandabbau, die Schafherden gingen durch die Umstellung der Landwirtschaft zurück, und weite Heideflächen wurden in Weiden oder Wald umgewandelt. Darüber hinaus bedrohten Kleingartenpläne wichtige Teile des Gebiets. Es musste eingegriffen werden, um die einzigartige Landschaft zu erhalten.
In Antwerpen wurde 1910 die Königliche Gesellschaft für Natur und städtische Schönheit gegründet. Eines ihrer Ziele war die Erhaltung der Kalmthoutse Heide. Ohne das Engagement und die Beharrlichkeit dieses Vereins gäbe es heute wahrscheinlich keine Heide mehr. Obwohl die Kalmthoutse Heide bereits 1941 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen wurde, dauerte es bis 1964, bis das Gebiet offiziell zum "Staatsreservat" erklärt wurde. Eine Petition mit mehr als hunderttausend Unterschriften gab den Ausschlag dafür. Jetzt wurde eine gute Bewirtschaftung der Heide endlich möglich! Die Royal Society for Nature and Urban Beauty setzte sich seit ihrer Gründung für die Einrichtung eines grenzüberschreitenden Naturschutzgebietes ein. Im Jahr 1930 schloss sie mit der niederländischen Gesellschaft für die Erhaltung der Natuurmonumenten Nederlandse Vereniging tot Behoud van Natuurmonumenten eine Vereinbarung, um dieses gemeinsam zu schaffen.
In der Mitte des Gebietes, an der Deutschen Straße, liegt ein Mühlstein. Viele gehen achtlos daran vorbei, aber dieser Stein symbolisiert den jahrelangen Kampf um den Erhalt der Heide. Im Jahr 1970 wurde der Mühlstein mit einem Zitat von Cicero versehen: "Mit der Natur als Wegweiser ist es unmöglich, sich zu verirren". Damit erinnert uns der Stein daran, wie wichtig es ist, die Landschaft zu respektieren und zu pflegen, die seit Generationen gehegt und gepflegt wird.
Im Jahr 2001 erblickte der Grenspark Kalmthoutse Heide das Licht der Welt, damals mit einer Größe von rund 4 000 ha. Im Jahr 2011 wurde er auf 6000 ha erweitert. Die einzigartige Zusammenarbeit - über nationale Grenzen hinweg - ist auf das wachsende Bewusstsein und den Kampf um die Bedeutung der Natur zurückzuführen. Im Gegensatz zu Flandern gab es im niederländischen Teil des Grenspark nie einen solchen Kampf für den Naturschutz: Das dortige Naturgebiet befand sich größtenteils in den Händen privater Großgrundbesitzer. Die Ländereien kannten nicht die Gefahren, die der Kalmthoutse Heide drohten, so dass Fragmentierung und Umwandlung in Ackerland hier weniger häufig vorkamen.
Der Wert des Grenspark in seiner Gesamtheit ist inzwischen weithin anerkannt. Er ist unter anderem Teil des Netzes der europäischen Naturschutzgebiete: NATURA 2000. Dadurch werden die natürlichen Lebensräume von gefährdeten, seltenen oder anfälligen Pflanzen- und Tierarten rechtlich geschützt. Gott sei Dank ist das so!

