Jef De Winter ist Förster bei der Agentur für Natur und Wald (ANB) und verantwortlich für die Naturverwaltung eines Gebiets im Grenspark auf der flämischen Seite, zwischen der Grenze und der Verbindingsstraat. Das Gebiet umfasst etwa 1.300 ha.
Jef De Winter

Was ist mit dem Naturmanagement in diesem Gebiet verbunden?
Die Aufgaben eines Försters lassen sich in 3 Hauptbereiche unterteilen: Bewirtschaftung, Erholung und Brandverhütung.
Bei der Bewirtschaftung der Heideflächen ist die Beweidung die wichtigste Maßnahme. Die offene Heidelandschaft ist durch die Beweidung entstanden und hat es vielen besonderen Arten ermöglicht, in der offenen Heidelandschaft eine Heimat zu finden. Das Gebiet beherbergt eine große Population von Schlingnattern, Ziegenmelkern und Heidelerchen. Es ist auch eines der letzten Gebiete, in denen der Moorschmetterling Unterschlupf gefunden hat. Eine aktive Bewirtschaftung ist für diese Arten wichtig. Durch die Beweidung können wir auch das vorherrschende Pfeifengras eindämmen, was die Brandgefahr verringert und anderen Arten eine Überlebenschance gibt. Derzeit wird das Heideland auf Anweisung des ANB von 40 Galloway-Rindern und 2 Schafherden mit jeweils 350 Schafen beweidet.
Wir sorgen für die Beschilderung und die Infrastruktur auf dem Gelände und ergreifen Maßnahmen zur Brandverhütung wie das Anlegen von Brandschneisen und die Besetzung des Feuerturms.
Was macht dieses Gebiet für Sie besonders?
Die Offenheit und Weite der Landschaft, die in unserem Land selten ist. Wo zum Beispiel die Heide im Norden in die landwirtschaftlich genutzten Flächen der Steertse Heide übergeht. Die großen offenen Flächen sind kulturell wertvoll. Das Heidelandschaftssystem steht nicht allein. In der Vergangenheit war der Hauptgrund für die Beweidung mit Schafen der Dung der Schafe zur Düngung der Felder. Es ist die Kombination aus Dörfern, Feldern und Mooren als Gesamtsystem, die das Gebiet interessant macht. Diese Felder sind sehr wichtig für insektenfressende Arten wie die Heidelerche und den Ziegenmelker. Wir wollen auch viele Arten von Ackerunkräutern wie Mohn und Kornblume und Dutzende von anderen, die verschwunden sind, wieder ansiedeln.
Wie ist das Gebiet des ANB mit anderen Gebieten verbunden?
Auf flämischer Seite sind das Klein und Groot Schietveld wichtig. Wir versuchen, hier Verbindungen zu finden. Wir arbeiten zum Beispiel an einem Schutzprogramm für den Heideschmetterling. Mit ökologischen Trittsteinen versuchen wir, Verbindungen über den Mastenbos, den Uitlegger und das Kleine Schietveld herzustellen. Konkret schaffen wir kleine Biotope, in denen sich der Heideschmetterling wohlfühlt. Das ist nur für einige fliegende Tiere sinnvoll. Für kleinere Schmetterlinge oder Krabbeltiere ist dies nicht möglich.
Auf den Straßen, auf denen viele Verkehrsopfer zu beklagen sind, kann noch viel durch Anpassungen erreicht werden. Ausweichmaßnahmen wie Wildtunnels und Brücken können das Passieren für kriechende Tiere erleichtern.
Welche Chancen bietet ein Nationalpark Ihrer Meinung nach?
Ich sehe die Chancen vor allem in der Zusammenarbeit zwischen den Verwaltern. Da jeder Verwalter seine eigene Organisationsstruktur hat, ist es schwierig, Ansatzpunkte für eine gemeinsame Verwaltung zu finden. Es wäre zum Beispiel schön, wenn das Weidegebiet keine Grenzen hätte.
Es gibt auch Möglichkeiten, die Erholungsströme besser zu verteilen. Bewegung in der Natur ist gut und wichtig für die Gesundheit eines jeden. Aber in einem kleinen, geschäftigen Land ist es wichtig, ein gutes Gleichgewicht zwischen Natur, Erholung und Landwirtschaft zu wahren.
Ein Nationalpark kann sich mehr auf die Bewusstseinsbildung konzentrieren. So können wir beispielsweise Erholungssuchende auf den Routen über die natürlichen Werte des Gebiets informieren. Die Besucher kommen hierher, um die Einzigartigkeit der Landschaft zu genießen und zu erkennen, dass es sich um etwas Wertvolles und Einzigartiges handelt. In den Mooren leben viele seltene Arten wie der Ziegenmelker, der Moorfrosch oder die Schlingnatter ein verstecktes Leben. Man trifft sie nur selten an, auch weil sie störungsempfindlich sind.
Wir hoffen, dass wir mit einem Nationalpark die Bedeutung der natürlichen Werte und der Einzigartigkeit des Gebiets hervorheben können.
Haben Sie Fragen zur Bewerbung des Grenspark Kalmthoutse Heide als Nationalpark? Oder Ideen/Vorschläge zu Möglichkeiten und Kooperationen für den Masterplan? Wir würden uns freuen, sie zu hören! Schicken Sie eine E-Mail an grenspark.
Oder besuchen Sie www.grensparkkalmthoutseheide.com/de/kandidaat_nationaal_park für weitere Informationen, häufig gestellte Fragen und Antworten.
Die Bewerbung um die Anerkennung als Nationalpark wird/wurde im Rahmen des von der flämischen Regierung in Auftrag gegebenen Projekts "Call National Parks" bezuschusst.