Die Universität Antwerpen hat Professor Richard Shine zu Gast. Er ist ein australischer Evolutionsbiologe und Ökologe an der Macquarie University, der umfangreiche Forschungen über Reptilien und Amphibien in verschiedenen Teilen der Welt durchführt. Bei seinem Besuch im Grenspark wollte er die Glattnatter(Coronella austriaca) beobachten: eine ungiftige Schlange, die neben der Viper und der Ringelnatter zu den drei in den Niederlanden und Belgien vorkommenden Schlangenarten gehört. Die Schlingnatter hat eine ziemlich einheitliche braune bis graubraune Farbe, glatte Schuppen, gelbe Augen und eine runde Pupille. Die Schlingnatter erwacht etwa im April aus dem Winterschlaf. Mit der Entdeckung von zwei subadulten Schlingnattern war der Besuch von Dr. Shine ein großer Erfolg.

Foto: Dr. Richard Shine mit Schlingnatter im Grenspark Kalmthoutse Heide
Sowohl in Flandern als auch in den Niederlanden ist die Schlingnatter eine geschützte Art. In Flandern gibt es den "Artenschutzplan gladde slang" und in den Niederlanden den "Schutzplan für die Schlingnatter in Nordbrabant". Seit 1998 wird die Schlingnatter im Grenspark Kalmthoutse Heide überwacht. Mehrere Freiwillige gehen regelmäßig auf die Suche nach dem Vorkommen der Schlingnatter in diesem Gebiet. Die Sichtungen werden in einer Datenbank erfasst. Im Jahr 2013 wurde ein umfassender Bericht über die Schlingnatter im Grenspark veröffentlicht. In den Jahren 2016-2017 wurde eine Sendererhebung durchgeführt, und seit 2018 wird das Monitoring mit der Plattenmethode durchgeführt. Nach Untersuchungen (Van Hecke, A. und Bonte, C., 2013) kommt die größte Glattnatterpopulation in Flandern im Grenspark Kalmthoutse Heide vor.
Am Mittwoch, den 9. April, führten Gebiets- und Schlangenexperten Dr. Richard Shine durch den Grenspark. Es gab keine Garantie, eine Schlingnatter zu sehen, zumal es noch früh in der Saison war. Außerdem hatten die Freiwilligen in diesem Jahr noch keine Schlingnatter beobachtet. Es war daher eine große Überraschung, dass unter der ersten Platte, die angehoben wurde, 2 subadulte Schlingnattern von weniger als 15 cm Länge zum Vorschein kamen. Subadulte Tiere werden nur sporadisch beobachtet, vor allem zu Beginn der Saison. Dr. Richard Shine war sehr erfreut über diesen Fund. Es ist nicht einfach, eine glitschige Schlange in freier Wildbahn zu beobachten. Während er die kleinen Schlangen studierte, nahmen Freiwillige Messungen vor. Dann wurden die Schlangen vorsichtig zurückgegeben. Schlangen sollten nur von autorisierten Personen gehalten und untersucht werden.