Die anhaltende Phase extremer Hitze und Trockenheit macht erneut deutlich, wie wichtig die Prävention von Naturbränden ist. Die Bürgermeister Steven Adriaansen (Woensdrecht) und Lukas Jacobs (Bürgermeister Kalmthout und Vorsitzender Grenspark Kalmthoutse Heide) rufen daher dazu auf, der Verhütung von Waldbränden besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Gleichzeitig werden verschiedene wichtige Schritte unternommen, um die Vorsorge gegen Waldbrände im Grenspark Kalmthoutse Heide weiter zu verstärken.



Aufgrund der hohen Temperaturen und der anhaltenden Trockenheit ist die Gefahr eines Naturbrandes derzeit größer als gewöhnlich. Etwa 70 % aller Naturbrände werden von Menschen verursacht. Eine brennende Zigarette, ein Glassplitter im Gebüsch oder Plastik auf dem Boden können die Ursache für einen Brand sein. Es wird daher dringend empfohlen, Abfall stets in einen Mülleimer zu werfen oder mitzunehmen. Außerdem werden Besucher gebeten, ihre Autos ausschließlich auf den ausgewiesenen Parkplätzen abzustellen. So wird verhindert, dass heiße Autoteile auf trockenem Gras einen Brand auslösen, und die Rettungskräfte haben jederzeit freien Durchgang.
Damit die Feuerwehr bei einem eventuellen Naturbrand schneller und effizienter eingreifen kann, wurden an drei bereits angelegten Löschwasserbrunnen neue Aufstellplätze eingerichtet. Dadurch können Feuerwehrfahrzeuge sicher aufgestellt werden, ohne die Durchgangsstraßen zu blockieren, sodass Löschfahrzeuge und andere Rettungsdienste ungehinderten Zugang zum Gebiet behalten. Die Errichtung dieser Einrichtungen wurde durch einen Zuschuss der Provinz Nordbrabant ermöglicht. Die Bohrbrunnen selbst wurden zuvor mit Unterstützung des Verteidigungsministeriums angelegt.
Bürgermeister Adriaansen: „Die Prävention von Naturbränden ist eine gemeinsame Verantwortung. Durch intensive Zusammenarbeit zwischen Behörden, Rettungsdiensten, Gebietsverwaltern und anderen Partnern wird an einem widerstandsfähigen Grenspark Kalmthoutse Heide gearbeitet, in dem Risiken verringert und die Vorbereitung auf Waldbrände kontinuierlich verbessert wird.“
Lukas Jacobs (Bürgermeister Kalmthout Grenspark Kalmthoutse Heide): „Auch auf der Kalmthoutse Heide werden auf Initiative der Gemeinde Kalmthout drei zusätzliche Löschwasserbrunnen angelegt. Der Auftragnehmer für diese Arbeiten wurde kürzlich beauftragt und wird die Brunnen nach dem Sommer errichten. Diese entstehen in der Nähe des Feuerturms in Kalmthout, unweit des Verbindingsweg und der Steertse Heide, die alle drei im Naturschutzgebiet liegen. Diese Woche wurde in Flandern die Alarmstufe Orange wegen Brandgefahr in der Natur ausgerufen. Damit ist der Feuerturm wieder voll besetzt mit freiwilligen Feuerwehrleuten, die den Grenspark bis weit in die Niederlande hinein permanent überwachen. Dies geschieht auch mithilfe zusätzlicher Kameras, die Rauchwolken in der weiteren Umgebung erkennen. Wir haben in den letzten Jahren erheblich in die Bekämpfung von Naturbränden investiert, unter anderem durch zusätzliche Waldbrandlöschfahrzeuge und weitere Schulungen für die Feuerwehr. Gleichzeitig wird vor Ort intensiv an der Brandverhütung gearbeitet: Sowohl die Bewirtschaftung als auch die Gestaltung des Naturparks werden stärker auf die Brandprävention ausgerichtet.“
In den Niederlanden wird bereits seit Jahren mit sogenannten RIN-Karten (Risikoinventarisierung Naturbrände) gearbeitet. Diese Karten veranschaulichen für jedes Teilgebiet die Risiken von Naturbränden anhand von Faktoren wie Erreichbarkeit, Löschwasserversorgung und vorhandener Bebauung oder Erholungsnutzung. Mit Unterstützung durch einen Interreg-Zuschuss wurde diese Methodik nun auch auf den belgischen Teil des Grenspark Kalmthoutse Heide angewendet. Dadurch verfügen beide Länder über eine gemeinsame, einheitliche und aktuelle Risikoanalyse. Auf dieser Grundlage können gezieltere Maßnahmen ergriffen werden, um die Risiken von Waldbränden weiter zu verringern.
Im Herbst organisieren die beteiligten Partner eine groß angelegte Waldbrandübung im Grenspark Kalmthoutse Heide. Bei dieser Übung wird ein realistisches Szenario nachgestellt, damit Rettungskräfte und andere beteiligte Organisationen gemeinsam üben und Erfahrungen für einen möglichen tatsächlichen Einsatz sammeln können. Das Übungsszenario wird derzeit ausgearbeitet, mit dem Ziel, möglichst viele Erkenntnisse zu gewinnen.
Ein wichtiger Meilenstein ist die Verabschiedung des Plans zur Bekämpfung von Naturbränden für den Grenspark Kalmthoutse Heide. Dieser Plan wurde gemeinsam von allen beteiligten Organisationen erarbeitet und wird von einer Vielzahl von Partnern aus den Niederlanden und Belgien unterstützt.
Der Plan zur Bekämpfung von Naturbränden beschreibt die Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren bereits ergriffen wurden, wie beispielsweise Rauchverbote, die Anlage von Brandschneisen, die Errichtung von Löschwasserbrunnen und Verbesserungen der Erreichbarkeit des Gebiets. Darüber hinaus gibt er die Richtung für künftige Maßnahmen vor, darunter den Ausbau der Löschwasserversorgung, die weitere Zusammenarbeit zwischen niederländischen und belgischen Rettungsdiensten, die Erkennung von Naturbränden, Aufklärung, gemeinsame Übungen, ergänzende Risikoanalysen und die Unterteilung von Naturschutzgebieten in Brandabschnitte.
Der Plan legt bestehende Vereinbarungen fest und verankert diese administrativ besser. Dadurch entsteht ein klarer gemeinsamer Kurs, auf dessen Grundlage sich die beteiligten Organisationen gegenseitig zur Rechenschaft ziehen können und über den Rechenschaft abgelegt werden kann.
Der nächste Schritt ist die Erstellung eines Umsetzungsplans, in dem die vereinbarten Maßnahmen konkret ausgearbeitet werden. Dieser Plan wird voraussichtlich Ende 2026 fertiggestellt sein. Der Fortschritt wird in den kommenden Jahren innerhalb der beteiligten Gebietskommissionen systematisch verfolgt.
Textquelle: Gemeinde Woensdrecht