Eine Woche lang stellen wir jeden Tag eine Art vor, die ein wenig unheimlich oder geheimnisvoll ist. Von nächtlichen Jägern über schlüpfrige Wasserbewohner bis hin zu giftigen Pilzen - sie alle haben eine dunkle Seite, spielen aber eine unverzichtbare Rolle im Ökosystem. Finden Sie heraus, wie diese "Halloween-Arten" die Natur im Gleichgewicht halten.
Raubwürger

📸 Glenn Vermeersch
Dieser scheinbar süße Vogel hat eine dunkle Seite: Der Zaunkönig spießt Mäuse, Frösche oder kleine Vögel auf spitze Äste oder Stacheldraht auf, um sie anzuknabbern.
- Erkennbar an: Graues Gefieder mit einer schwarzen "Räubermaske" über den Augen, weiße Unterseite, schwarze Flügel und kräftiger Schnabel.
- Lebensraum: Ideal im Grenspark: ausgedehnte Heidelandschaften mit markanten Aussichtspunkten, wo er typischerweise von Oktober bis April als Wintergast von den Wipfeln kleiner Bäume aus nach Beute Ausschau hält. Im Sommer wird der Würger (auch Blaureiher genannt) von seiner Schwesterart, dem Neuntöter, abgelöst, der zum Brüten hierher kommt und ein ähnliches Verhalten zeigt.
- Ökologische Rolle: Raubtier im Kleinen; trägt dazu bei, die Populationen von Kleintieren und Insekten im Gleichgewicht zu halten.
- Status: Geschützt, auf der Roten Liste.
Gewöhnlicher Totengräber

📸 John Kil / waarneming.nl
Dieser kleine Aaskäfer hat eine ziemlich makabre Beschäftigung: Er vergräbt tote Tiere und legt seine Eier darin ab. Seine Larven übernehmen die Aufräumarbeiten und führen dem Boden Nährstoffe zu. Neben den Kadavern selbst ernährt sich der Totengräber vor allem von Maden (Fliegenlarven), die sich von den Aasresten ernähren.
- Erkennbar an: Glänzend schwarzer Panzer mit markanten orangefarbenen Flecken.
- Lebensraum: Offene Heidelandschaften, Waldränder und Feuchtgrünland des Grenspark.
- Ökologische Rolle: Ein echter Saubermann der Natur: Durch die Zersetzung von Kadavern führt er dem Boden Nährstoffe zu und hält das Ökosystem gesund.
- Status: Nicht bedroht, aber wichtig für das natürliche Gleichgewicht.
Medizinischer Blutegel

📸 Anne van Poecke
Dieser glitschige Parasit schleicht durch Tümpel und schlammige Gewässer auf der Suche nach Wassertieren, an denen er sich festsaugen kann. Er ist für den Menschen harmlos und wurde früher sogar in der Medizin zur Venesektion eingesetzt. Heute spielt er eine wichtige Rolle im Ökosystem, indem er die Populationen im Gleichgewicht hält und über die Wasserqualität wacht.
- Erkennbar an: Dunkelgrüner bis brauner Körper mit sechs roten Längsstreifen und einer helleren Bauchseite mit schwarzen Flecken.
- Lebensraum: Nährstoffreiche Süßwassertümpel mit ausreichendem Bestand an Wasserpflanzen unter Wasser.
- Ökologische Rolle: Biologischer Indikator für die Wasserqualität und Regulator für aquatische Arten.
- Status: Seltene, geschützte Art; in der Roten Liste der IUCN als 'Near Threatened' aufgeführt und durch europäische Richtlinien geschützt.
- Besichtigungstipp: Vroege Vogels TV | 24. September 2021 | Kalmthoutse heide - Vroege Vogels - BNNVARA
Rabe

📸 Filip Vanboven
Dieser geheimnisvolle Vogel kehrt nach langer Abwesenheit nach Belgien und in die Niederlande zurück. In früheren Jahrhunderten wurde der Rabe oft mit Hexerei, schwarzer Magie und anderen unheimlichen Praktiken in Verbindung gebracht. Aufgrund von Aberglauben, erbitterten Kämpfen und Konkurrenz mit Jägern verschwand der Rabe jahrzehntelang aus unseren Regionen, doch in den letzten Jahren erlebt er ein beeindruckendes Comeback. Auch im Grenspark wird er zunehmend beobachtet.
- Erkennbar an: Großer schwarzer Singvogel, aus der Ferne oft schwer von der Rabenkrähe zu unterscheiden, aber deutlich größer mit einem kräftigen, gebogenen Schnabel und einem keilförmigen Schwanz im Flug. Besonders gut zu erkennen an seinem typischen, rollenden Ruf.
- Lebensraum: Bevorzugt ruhige Nistplätze in älteren Wäldern und offenen Heidelandschaften des Grenspark.
- Ökologische Rolle: Als Waldputzer trägt der Kolkrabe dazu bei, das Gleichgewicht zwischen Kleinsäugern, Vögeln und Kadavern aufrechtzuerhalten und ein gesundes Ökosystem zu fördern.
- Status: Der Kolkrabe ist gesetzlich geschützt, und seine Population wächst dank der Naturverwaltung und des Naturschutzes stetig an. In den Niederlanden steht er auf der Roten Liste als gefährdet, während er in Belgien weniger selten ist.
Fledermaus

📸 Zwergfledermaus, Saxifraga-Rudmer Zwerver
Der ultimative Halloween-Held! Fledermäuse jagen nachts mit Hilfe der Echoortung, einer Art eingebautem Radarsystem, nach Insekten. Im Grenspark leben mehrere Arten, wie die Rauhautfledermaus, die Zwergfledermaus, das Langohr und das Große Abendsegler.
- Erkennbar an: Dunkle, ledrige Flügel, spitze Schnauze und flatternder Flug.
- Lebensraum: Sie verstecken sich tagsüber in alten Bäumen, Höhlen oder Gebäuden und tauchen nachts über Mooren und Waldrändern auf.
- Ökologische Rolle: Natürliche Schädlinge; fressen große Mengen von Insekten, bestäuben einige Pflanzen und verbreiten Samen. Ihr Vorhandensein ist ein Zeichen für ein gesundes Ökosystem.
- Status: Alle Fledermausarten in den Niederlanden und Belgien sind streng geschützt.
Fliegenpilz

📸 Els De Backer
Dieser ikonische Pilz ist ein echter Halloween-Klassiker. Mit seinem leuchtend roten Hut und den weißen Punkten sieht er aus wie aus einem Märchen. Doch der Schein trügt: Der Fliegenpilz ist giftig. In der Vergangenheit wurde er zum Töten von Fliegen verwendet, daher sein Name.
- Erkennbar an: Roter Hut mit weißen Punkten, weißer Stängel mit Ring und knolligem Fuß.
- Lebensraum: Feuchte Laubwälder, hauptsächlich unter Birke, Kiefer, Eiche oder Buche auf sauren Böden.
- Ökologische Rolle: Lebt in Symbiose mit Bäumen, entzieht dem Boden Nährstoffe und teilt sie mit seinem Wirt.
- Status: Im Grenspark häufig anzutreffen.
Steinmarder

📸 Saxifraga - Hans Dekker
Dieses niedliche, flauschige Raubtier ist ein echter Nachtbewohner und ein verstohlener Jäger: Es stiehlt Eier aus Vogelnestern und jagt Vögel, Eichhörnchen und Kaninchen. Mit seinem grazilen, geschmeidigen Körper bewegt er sich geschickt durch Bäume und Büsche.
- Erkennbar an: Braunes bis rötliches Fell mit einem gelben bis leuchtend orangefarbenen Kehlfleck und einem langen, dicht behaarten Schwanz.
- Lebensraum: Bewaldete Gebiete und Waldränder des Grenspark, oft dämmerungs- und nachtaktiv.
- Ökologische Rolle: Wichtigstes Raubtier im Wald; reguliert die Populationen von kleinen Säugetieren und Vögeln und trägt so zu einem gesunden Ökosystem bei.
- Status: Geschützt in Belgien, auf der roten Liste für Säugetiere und eine Natura 2000-Zielart des Grenspark.